Interessengemeinschaft für ein offenes Davos
In Davos wird seit dem 1. März 09 ein Transitzentrum für Asylsuchende betrieben. Es bildet sich damit eine kulturell erweiterte
Situation, mit der sich die Interessengemeinschaft für ein offenes Davos auseinadersetzt. Sie will die Brücke zwischen
Einheimischen und Asylsuchenden schlagen, welche zum Abbau von Vorurteilen und Ängsten dient. Gegenseitiger Respekt und
Akzeptanz ermöglichen ein nachhaltig konfliktfreies Zusammenleben.
Zentrales Anliegen stellt das Recht der Asylsuchenden auf einen würdevollen Aufenthalt dar.
Die IG fordert somit, dass in Davos Menschenrechte eingehalten werden. Auch bei Asylsuchenden, die das Land eines Tages
wieder verlassen müssen, handelt es sich um Menschen, die entsprechend respektvollen Umgang verdienen.

Wichtiges Mittel: Begegnung
Die IG offenes Davos sieht vielerlei Potentiale in der Begegnung von Einheimischen mit Asylsuchenden. Begegnung stellt sich für alle Beteiligten als Bereicherung dar. Durch das Gespräch, oder einfacher, durch das simple Anwesendsein an demselben Anlass verändert sich das Bild des Gegenübers, welches bisher lediglich ein fiktives oder ein übernommenes war. Bald wird klar, dass Asylsuchende nicht gleich Asylsuchende sind, sondern dass es sich um Menschen mit all ihren individuellen Charakteren handelt. Einheimische, die dies erkennen, können sich nicht nur von allfälligen Vorurteilen oder gar Ängsten befreien, sondern erhalten die Möglichkeit, in Kulturen ferner Länder Einblick zu finden.
Chancen der Migration
Die Flüchtlingsbewegungen aus Kriegsgebieten oder aus Staaten in denen diktatorische Verhältnisse herrschen, aber auch
diejenige Bewegung, die entlang eines Wohlstandsgefälles stattfindet, sind als Tatsachen zu begreifen, welche nicht
einmal die zum Teil unmenschlich umgesetzten Abwehrversuche der EU aufzuhalten vermögen. Harte Grenzkontrollen und Aufnahmekriterien, die nicht selten mit menschenverachtenden Praktiken verbunden sind, wirken erwiesenermassen nicht als Abschreckungsmassnahmen. Es gäbe auch sonst keine Rechtfertigung, unschuldige Menschen an Leib und Leben zu bedrohen um für andere Unschuldige abschreckend zu wirken. Die Schliessung der Grenze geht das Problem der Migration nicht bei der Ursache, sondern lediglich bei Symptomen an. Es sind andere Bestrebungen notwendig, die Menschen in ihren Ursprungsländern zu einer Perspektive verhelfen.
Immigranten muss ein Zuwachs an kulturellem und sozialem Kapital zugestanden werden, das sie sich selbst durch Teilnahme am wirtschaftlichen, sozialen und politischen Leben in der Schweiz erarbeiten können. Zwischen Einwanderern und ihren Ursprungsländern besteht meistens eine starke Verbindung. Dadurch entsteht ein "Know-How-Transfer", der mehr als andere Massnahmen zur Entwicklung der Ursprungsstaaten beiträgt. Ziel muss also sein, die Migration als Bekämpfung ihrer eigenen Ursachen zu begreifen. Dazu leistet auch innovative Entwicklungszusammenarbeit vor Ort einen wesentlichen Beitrag, welche die IG allerdings nicht zu ihrem Einsatzbereich zählt.